Inkontinenz und Beckenbodenzentrum Rheinhessen

DieGyn-Praxis und das Klinikum Worms

Blasenschwäche/Inkontinenz/Senkungsbeschwerden

Sind Krankheiten, die zwar häufig operiert werden müssen aber auch oft allein durch konservative Therapie ohne Operation behandelt werden können. Und wenn eine Operation erforderlich ist, ist eine intensive konservative Vor- und Nachbehandlung oft angezeigt.

Da unser Team sowohl in der gynäkologischen Praxis als auch in der Frauenklinik Worms tätig ist, stehen uns somit alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung. Durch die Zusammenarbeit der anderen Kliniken (Urologie, Viszeralchirurgie, Röntgenabteilung, Physiotherapie) können wir in idealer Weise fachübergreifende Fälle behandeln.

 

Blasenschwäche/ Harninkontinenz ist heute in den meisten Fällen heilbar. Trotzdem werden in Deutschland immer noch mehr Windeln für Erwachsene hergestellt als für Kinder! Dabei haben sich die therapeutischen Möglichkeiten in den letzten Jahren immens verbessert, sowohl was die konservativen Behandlungen (Medikamente, Beckenbodengymnastik etc.) anbelangt als auch die Operationsmethoden.

Operiert werden sollte erst, wenn die konservative Therapie nicht zum Ziel führt. Mit den neuen minimalinvasiven Operationsmethoden, die oft ohne Narkose durchgeführt werden können, ist i. d. R.  nur ein kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig.

 

Senkungsbeschwerden/Vorfall

Ist auch eine Erkrankung des Beckenbodens. Die Ursache ist schwaches Gewebe, Schwangerschaften, Geburten und Alterungsprozesse. Je früher therapiert wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung, desto eher kann auch eine Operation vermieden werden.

 

Qualifikationen

Unsere Praxisstruktur hat den Vorteil, dass wir nebeneinander alle konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten anbieten können. Unsere Praxis gehört zum Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Rheinland-Pfalz, das von den akademischen Gesellschaften (Gynäkologie, Urologie und Viszeral Chirurgie) zertifiziert wurde. Von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. werden auf diesem Gebiet drei Qualifikationsstufen vergeben, wobei wir über die höchste  (AGUB III) verfügen.

Wir bieten urogynäkologische Sprechstunden in allen unseren Dependancen (Alzey, Bingen und Mainz) an. Hierbei verfügen wir über die modernsten Diagnosemöglichkeiten an wie urodynamischer Messplatz und 3/4D Beckenbodensonographie (Computertomographischer Ultraschall).

Unser urogynäologisches Team sind Dr. Rainer Lange und die Fachärztin Frau Jessica Geye sowie die spezialisierten MFAs Eileen Brandt und  Desiree Ritterspach.

 

Fortbildungen

Unsere Praxis bildet seit über 20 Jahren Ärzte aus, die sich auf diesem Gebiet ach profilieren wollen. Wir veranstalten Urogynäkologiekurse für die Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie und Beckenbodenrekonstruktion e. V. der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. und organisieren Kongresse im In-und Ausland. Der Leiter unseres Urogynäkologieteams, Dr. Lange ist Vorsitzender des Weiterbildungsausschusses der Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie und Beckenbodenrekonstruktion e.V. in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit ist Dr. Lange ebenfalls (Co-) Autor einiger Fachbücher zum Thema Urogynäkologie.

 

Termine

Wenn Sie sich wegen eines solchen Leidens anmelden, sagen Sie bitte, dass Sie einen Termin zur Blasen-und Beckenbodensprechstunde wollen, weil wir hier eine längeren Arzttermin einplanen.

 

 

Ambulante und stationäre Operationen

Da urogynäkologische Team (Dres. Lange/Geye) unserer Praxis gehören zur Sektion Urogynäkologie der Frauenklinik Worms (Beckenbodenzentrum Rheinhessen) und operieren dort ambulant und stationär.

Harninkontinenz- und plastische Beckenbodenoperationen

TVT-Implantationen („Bandoperationen“)
single-incision-sling-Implantationen („Minischlinge“)
Kolposuspensionen (Anhebungen des Blasenhalses)
Bulking Agens (Unterspritzungen der Urethra)
Bandrevisionen
vaginalen und abdominale Senkungsoperationen mit und ohne Implantaten, laparoskopische Netzoperationen
Netzrevisionen
Labienkorrekturen
vaginale und abdominale Hysterektomien

Gynäkologische Operationen

Hysteroskopien
Abrasiones (Ausschabungen)
Konisationen

 

 

Häufige Fragen zur Blasenschwäche: 

 

Ich verliere Urin in der Schwangerschaft. Ist das normal?
Ich verliere Urin in der Schwangerschaft. Geht das wieder weg?

 

Keineswegs – aber leider häufig. Grosse Studien in Skandinavien haben gezeigt, dass etwa jede dritte Frau bereits in der ersten Schwangerschaft Urin verliert. Die Ursache ist nicht das kindliche Köpfchen, das auf die Blase drückt sondern es kommt in der Schwangerschaft zu einer Auflockerung des Bindegewebes. Dadurch hat das Gewebe des Beckenbodens bei der Geburt eine ganz andere Dehnbarkeit als zuvor. Sonst würde der im Durchmesser etwa 10 cm grosse Kopf des Kindes niemals durch die Scheide passen. Hierdurch kommt es zu einer Lockerung der Blase und der Gebärmutter. Nach der Geburt festigt das Bindegewebe sich wieder. Aber nun kann es sein, dass   Blase oder   Gebärmutter nicht mehr an der alten Stelle fixiert werden. Auch junge, schlanke, sportliche Frauen können davon betroffen sein.

In den meisten  Fällen kommt es nach einiger Zeit wieder zu einer Festigung des Gewebes, die Blase wird wieder dicht.

Aber: je länger dieser Zustand dauert, desto früher wird man wieder inkontinent, wenn man älter wird. Man sollte also möglichst beim ersten Tropfen etwas tun. Eine genaue computertomographische Untersuchung des  Beckenbodens ist optimal und mit einer einfachen Pessartherapie können die natürlichen Rückbildungsvorgänge verstärkt werden, sodass man früher wieder kontinent und erst später inkontinent wird.

 

 

Wenn meine Blase drückt, kann ich nicht mehr lange zuwarten. Sollte man da etwas machen?

 

Die Ursache kann eine Reizblase, falsche Trinkgewohnheiten (eher selten) oder anatomische Veränderungen am Beckenboden sein. Alles kann gut behandelt werden. Je früher es diagnostiziert und therapiert wird, desto einfacher und besser ist es. Nicht zuwarten – handeln!

 

 

Ich verliere nur Urin bei extremer Belastung (z. B. Trampolinspringen). Soll man da was machen?

 

Die Blase ist nicht für Extrembelastungen gemacht – so sind viele der olympischen Trampolinspringer inkontinent. Aber wenn sie nicht olympiaverdächtig sind, ist es wahrscheinlich eine beginnende Blasenschwäche. Die Ursache kann eine Reizblase und/oder anatomische Veränderungen am Beckenboden sein. Alles kann gut behandelt werden. Je früher es diagnostiziert und therapiert wird, desto einfacher und besser ist es. Nicht zuwarten – handeln!

 

 

Ich verliere Urin, weil die Gebärmutter auf die Blase drückt. Muss sie entfernt werden?

 

Im letzten Jahrhundert vermutete man, dass die Gebärmutter die Ursache der Senkung oder einer Blasenschwäche sei. Heute wissen wir, dass durch die Entfernung der Gebärmutter eine Senkungsoperation nicht nur unnötig ausgedehnt wird, sondern die Ergebnisse scheinen auch schlechter zu sein. Nur in zwingenden Fällen sollte man die Gebärmutter entfernen.

 

 

 

Häufige Fragen zu Senkungsbeschwerden:

 

Bei der gynäkologischen Untersuchung wurde bei mir eine Gebärmuttersenkung/Blasensenkung festgestellt. Für eine Operation oder ein Pessar (Würfelpessar, Ringpessar) sei ich noch zu jung. Was soll man machen?

 

In der Schwangerschaft kommt es zu einer Auflockerung des Bindegewebes. Dadurch hat das Gewebe des Beckenbodens bei der Geburt eine ganz andere Dehnbarkeit als zuvor. Sonst würde der im Durchmesser etwa 10 cm grosse  Kopf des Kindes niemals durch die Scheide passen. Hierdurch kommt es zu einer Lockerung der Blase und der Gebärmutter. Nach der Geburt festigt das Bindegewebe sich wieder. Aber nun kann es sein, dass   Blase oder   Gebärmutter nicht mehr an der alten Stelle fixiert werden. Auch junge, schlanke, sportliche Frauen können davon betroffen sein.

Eine möglichst frühe Pessartherapie nach der Geburt unterstützt die normalen Rückbildungsvorgänge und ist oft nur für wenige Monate notwendig, bis die Organe des kleinen Beckens sich in der alten Position wieder gefestigt haben. Bevorzugt werden sollten Würfelpessare, die wie ein Tampon morgens eingelegt und abends wieder herausgenommen werden.

Aber auch Jahre später kann durch eine Pessartherapie eine Blasen- bzw. Gebärmuttersenkung verbessert werden. Da hier das Bindegewebe und nicht die Muskulatur betroffen ist, nützt Beckenbodengymnastik in diesem Fall leider wenig. Mit einer gut funktionierenden Beckenbodenmuskulatur kommt man aber mit einem Pessar besser zurecht. Aber keinesfalls sollte die Beckenbodengymnastik eine Pessartherapie nach der Geburt verzögern!

 

 

Muss bei einer Senkungsoperation die Gebärmutter entfernt werden?

 

Im letzten Jahrhundert vermutete man, dass die Gebärmutter die Ursache der Senkung sei. Heute wissen wir, dass durch die Entfernung der Gebärmutter eine Senkungsoperation nicht nur unnötig ausgedehnt wird, sondern die Ergebnisse scheinen auch schlechter zu sein. Nur in zwingenden Fällen sollte man die Gebärmutter entfernen.

 

 

Wann soll man „Netze“ (Implantate) bei einer Senkung (Prolaps) verwenden?

 

Die Ursache einer Senkung ist schwaches Bindegewebe. Das wird durch eine Operation nicht fester. So ist tatsächlich die Gefahr einer erneuten Senkung, also eines „Rezidives“ generell sehr gross, ca 60% mit anderen Worten in2 von 3 Fällen! Dies kann oft durch Netze aus Kunststoff (Prolene) verhindert werden. Da diese aber wieder andere Probleme machen können, sollte man nicht grundsätzlich von vorneherein ein Netz implantieren.

Bisher konnte man kaum voraus sagen, wie gross das Risiko eines erneuten Vorfalles nach einer Senkungsoperation, also eines Rezidives, ist. Anhand neuerer Computersonographischer Untersuchungen (3/4D Beckenbodensonographie) ist dies wesentlich besser möglich. So kann die Entscheidung ob man ein Netz implantiert oder die Operation mit Nativgewebe durchführt – also alles nur wieder da fest näht, wo es hin gehört – besser abwägen.

 

 

Netze, die bei Senkungsoperationen verwendet werden, machen häufig Probleme.

 

Die Ursache einer Senkung ist schwaches Gewebe. Auch durch die stärkste  Naht wird es nicht fester. Die Folge ist, dass es wieder zu einer Senkung kommen kann. In diesen Fällen ist ein zweiter Versuch ohne Netze nicht sehr erfolgreich (im Mittel etwa nur bei jeder dritten Frau). Hier sind Netze sehr hilfreich, sie verbessern die Erfolgschance deutlich. Aber: Netze sind Implantate, die andere Probleme bereiten können. Am häufigsten, dass einige Fäden sich durch die Haut drücken, insbesondere wenn die Haut infolge von Estrogenmangel zu dünn wird. Wenn sich nur ein kleiner Faden durchgedrückt hat, kann dies meist mit einer Creme behoben werden. Ansonsten wird der Faden einfach bei der Untersuchung abgeschnitten. Dass eine Operation in Narkose notwendig ist, ist nach unserer Erfahrung recht selten.

Gravierendere Probleme sind Verwachsungsbeschwerden, insbesondere wenn Netze zu straff eingelegt werden. Wir achten deshalb strengstens darauf, dass diese Implantate vollkommen spannungsfrei gelegt werden. Trotzdem kann es in seltenen Fällen zu einem Schrumpfen des Netzes mit Spannungsbeschwerden kommen. In unserem Krankengut etwa 0,4%. Dann müssen diese Verhärtungen gelöst werden. Als Beckenbodenzentrum bekommen wir öfters solche Fälle zugewiesen.
 

zurück zur Übersicht

 

Wir stellen uns vor

Dr. med.
Rainer Lange

Facharzt für Frauenheilkunde
spezielle operative Gynäkologie
Urogynäkologe (Zertifikat nach AGUB III)
Lebenslauf
Publikationen
Lehrbücher
Klinische Studien
Weiterbildung für Ärzte

Jessica Geye

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Urogynäkologie (Qualifikation nach AGUB I)
Lebenslauf